DYC - Ulrike Dyckerhoff

Fragen an …
Goldschmiedin und Designerin Ulrike Dyckerhoff

Frau Dyckerhoff, was ist das Besondere an Ihren Ringen?
Das in kurzen Worten zu beschreiben, ist für mich als diejenige, die die Idee hat und auch operativ mit umsetzt, fast unmöglich. Ich habe dadurch, dass ich auch als gelernte Goldschmiedin in nahezu jedem Entwicklungsschritt eingebunden bin, und daher die Qualität vorgebe, tatsächlich zu jedem Ring eine besondere Beziehung. Ein wenig wie eine Bildhauerin oder Malerin.

Versuchen Sie es dennoch einmal …
Mein Ziel ist es, Frauen ein Stück Ewigkeit mitzugeben, das ihre Eleganz und Schönheit natürlich unterstreicht. Der Ring am Finger ist und bleibt trotz aller digitaler Transformation ein analoges, unverzichtbares Symbol. Er sagt etwas aus über die Frau, die ihn trägt. Meine Kundinnen sind jene, die sich mit ihrem Ring buchstäblich angezogen fühlen, Stärke ausdrücken möchten, sich selbst belohnen wollen mit einem Ring, der mehr ist als ein Accessoire. Sie tragen einen Ring, der sie stolz macht, auf den ersten und den zweiten Blick werthaltig, gleichzeitig traditionell, modern. Sie möchten einen besonderen Ring für jeden Tag, nicht für den Safe und die Schmuckbox, einen Ring, der zu jedem Style passt und sich kombinieren lässt.

Sie meinen, weil Dyckerhoff-Ringe aus mehreren kompatiblen Einzel-Elementen besteht …?
Ich muss kurz ein wenig ausholen: Es gibt natürlich bereits viel Schmuck auf der Welt, doch die Kombination aus mit höchster Handwerkskunst gefertigten Schmuckstücken, entwickelt von einer Frau für Frauen, der größtmöglichen Naturbelassenheit der edlen Materialien und ausgesuchten Edelsteinen sowie der Leidenschaft, mit edlem, zeitlosem Understatement dennoch aufzufallen – diese Ringe habe ich gesucht, nie gefunden und daher meine eigene Kollektion entworfen. Zudem besteht jeder Ring aus mehreren Elementen, die ich Krone und Basisring nenne. Diese passen in jeder Kombination zusammen. Ein dreiteiliger Ring kann zweiteilig zusammengesteckt werden und hat gleich eine vollkommen andere Aussage. Frau kann auch jedes Element einzeln tragen und mit anderen Ringen tragen. Wer sich zwei Ringe leisten möchte, hat auch in der Farbgebung eine unvergleichliche Möglichkeit, den Ring jeden Tag je nach Lust, Laune und Outfit neu zu kombinieren – immer wieder neu – ein ganzes Leben lang, aber mit der Verlässlichkeit, Sicherheit und dem guten Gefühl, das nur der eine Ring bieten kann, der zusätzlich zum Ehering nicht mehr wegzudenken oder sogar der Ehering ist. Meine Marketingabteilung hat es geschafft, dies in kurzen Worten zu beschreiben:

be sophisticated. with the ring of your life. Und: Dyckerhoff Jewellery – the art of finest jewellery. Das ist es auf den Punkt gebracht!

Wie sieht denn der Arbeitstag von Ulrike Dyckerhoff aus?
Ehrlich gesagt würde ich mich am liebsten jeden Tag in mein Studio zurückziehen und Schmuck produzieren. Ich habe noch so viele Ideen. Aber es gibt darüber hinaus noch eine Menge Aufgaben, die zu erledigen sind. Das fängt bei der Auswahl der Materialien an, Messebesuchen wie auf der Intergem, um vor allem hinter den Kulissen der Edelstein- und Schmuckauslagen frühzeitig Trends setzen zu können, bis hin zu Meetings mit den Abteilungen meines kleinen Unternehmens. Im Grunde bin ich neben den Aufgaben als Geschäftsführerin im Herzen und auch im Alltag eine gelernte Goldschmiedin und bleibe trotz der Arbeit in einer schönen, schillernden Welt eine Handwerkerin und Kunstliebhaberin, die ihren Job von der Pike auf gelernt hat, mit anfasst, aufräumt und sich einfach persönlich engagiert. Ich bin so glücklich und dankbar, dass ich so leben und arbeiten darf.

Wie schaffen Sie es, dass Ihre Ringe diese Persönlichkeit bekommen?
Mein Schmuck lebt von Edelsteinen, von der Farbenvielfalt dieser nicht unerschöpflichen Ressource. Ich bin möchte wissen, woher das gefasste Edelsteinmaterial kommt, in welcher Zahl der Edelstein, mit dem das Schmuckstück ausgefasst wird, natürlich verfügbar ist, die Eigenschaften und Qualitätmerkmale zuordnen. Für mich hat Qualität auch immer etwas mit Nachhaltigkeit, der Beschaffenheit der verwendeten Materialien und der Art, wie sie verarbeitet sind, zu tun. Deshalb sind die Ringe nicht zusätzlich behandelt, beispielsweise rodiniert. Die verarbeiteten Steine sind nicht farbverbessert, bestrahlt oder kommen gar aus dem Labor. Man zerstört damit die Einzigartigkeit. Ich spiele ganz gezielt mit unterschiedlichen Oberflächen und Beschaffenheiten. Das Gewicht, die Anmutung, die individuelle Haptik, die Möglichkeit für Relief-Botschaften und einer persönlichen Gravur unterstreichen die Besonderheit von Dyckerhoff Jewellery.

Ihre Ringe tragen neben den Kollektionsnamen PUNTA, GHIRLANDA und MARGERITE die Namen italienischer Göttinnen und Städte. Woher kommt die Inspiration?
Da jeder Ring eine kleine Autobiografie meiner eigenen Facetten darstellt, ist auch hier meine Lebenswelt mit eingeflossen. Ich liebe Italien, das Lebensgefühl, die Leidenschaft, die Landschaft, die Menschen und die Geschichte dieses Landes – nunja, lassen wir die Neuzeit vielleicht einfach weg. Bei PUNTA hatte ich stets Rom im Kopf mit seinen stylischen, stolzen Städterinnen. Eine Mischung aus Schlichtheit, Eleganz und ja auch die Macht der Frau (hinter dem schönen Schein der Männergesellschaft). GHIRLANDA ist eine Assoziation zur Toscana, verspielt, romantisch, buchstäblich blumig. Es lag nah, für starke Frauen auch römische Göttinnen und die wunderbaren Städte für die Namensgebung zu wählen. Zudem klingt diese Sprache wie eine Melodie. Also bekam mein Schmuck von der Sprache und dem Land inspirierte Farben. Am Ende dreht sich also alles um Amore. Und das ist auch gut so …